ProdifyHandbuch
Tägliche Arbeit

Zählerstände & Laufleistung

Wartung nach Betriebsstunden oder Stückzahl statt nur nach Kalender — Zähler erfassen, Fälligkeit berechnen.

≈ 4 min Lesezeit

Eine Anlage im Dreischichtbetrieb braucht andere Abstände als dieselbe Anlage, die dreimal im Monat läuft. Prodify erfasst pro Maschine einen Zählerstand und rechnet daraus die Fälligkeit, allein oder zusätzlich zum Kalender.

RELEVANT FÜR
Einschalten: Administrator, InstandhaltungsleiterErfassen: alle Rollen
VORAUSSETZUNG
  • Maschine angelegt
ERGEBNIS
Wartungen werden fällig, wenn die Anlage sie wirklich gebraucht hat.

Den Zähler einschalten

Der Schalter sitzt im Bearbeiten-Dialog der Maschine, im letzten Abschnitt „Zählerstand“, nicht auf der Detailseite. Den Dialog öffnen Administrator und Instandhaltungsleiter am Rechner über den Stift in der Maschinenliste, auf dem Tablet über „Bearbeiten“ oben auf der Detailseite und am Handy über den Stift oben rechts auf der Detailseite.

  1. 1
    Maschine bearbeiten
    Den Bearbeiten-Dialog öffnen und bis zum Abschnitt „Zählerstand“ scrollen. Wer eine Maschine über „Gleich alle Angaben ausfüllen“ neu anlegt, findet ihn dort ebenfalls, am Handy in Schritt 4.
  2. 2
    „Zählerstand aktivieren“ umlegen
    Erst dann erscheinen die beiden Felder darunter.
  3. 3
    Einheit und Bezeichnung wählen
    Die Einheit steht an allen Werten und Intervallen. Die Bezeichnung ist die Überschrift der Karte auf der Detailseite. Sie wird passend zur Einheit vorbelegt und lässt sich überschreiben, etwa „Spindelstunden“ statt „Betriebsstunden“.
  4. 4
    Speichern
    Ab jetzt zeigt die Maschine eine Zählerstand-Karte, und ihre Wartungspläne können zusätzlich nach Laufleistung fällig werden.
EinheitTypischer Einsatz
Betriebsstunden (h)Die häufigste Wahl: Motoren, Spindeln, Kompressoren.
Stückzahl (Stk)Werkzeuge und Pressen, bei denen der Hub zählt.
Kilometer (km)Stapler und andere Fahrzeuge.
Kubikmeter (m³)Pumpen, Absauganlagen, Kompressoren nach Fördermenge.
ZyklenAlles, was in Takten arbeitet.

Einen Stand erfassen

Auf der Maschinen-Detailseite liegt im Reiter „Wartung“ die Karte mit der gewählten Bezeichnung. Oben steht der aktuelle Stand mit Einheit und dem Datum der letzten Erfassung, darunter die letzten acht Einträge mit Wert, Notiz und Datum. Der Knopf „Stand erfassen“ öffnet ein kurzes Formular mit Wert und optionaler Notiz. Erfassen dürfen alle Rollen. Am Werkstatt-Gerät steht derselbe Knopf auf der Maschinenseite, dahinter der aktuelle Stand.

Ein Stand kann nur steigen
Ein neuer Wert unter dem aktuellen wird abgelehnt, so rutscht kein Zahlendreher durch. Die Meldung nennt den aktuellen Stand und verweist auf „Zähler getauscht / zurückgesetzt“ für den Sonderfall.

Zähler getauscht oder zurückgesetzt

Unter der Karte liegt der Link „Zähler getauscht / zurückgesetzt?“. Er öffnet dasselbe Formular, erlaubt aber einen niedrigeren Wert. Prodify verschiebt dabei für jeden Plan mit Laufleistung den Bezugspunkt so, dass der bereits aufgelaufene Verbrauch erhalten bleibt: Standen vor dem Tausch noch 120 Stunden bis zur Wartung an, sind es danach immer noch 120. Zurücksetzen darf, wer das Recht „Maschinen anlegen und ändern“ hat, ohne eigene Rechte-Gruppe also Techniker, Instandhaltungsleiter und Administrator.

Im Verlauf bekommt ein solcher Eintrag das Kennzeichen „Reset“. Damit bleibt später nachvollziehbar, warum die Zahlenreihe an dieser Stelle springt.

Den Plan auf Laufleistung stellen

Im Dialog „Wartungsplan anlegen“ steht im ersten Schritt unter „Wie oft?“die Zeile „alle … Wochen / Monate / Jahre oder nach …“. In das Feld hinter „oder nach“ kommt die Laufleistung in der Einheit der Maschine, etwa 500 für 500 Betriebsstunden. Soll ausschließlich nach Laufleistung gewartet werden, bleibt die Zahl vor der Zeiteinheit leer. Eines von beiden muss gesetzt sein, sonst lässt sich der Plan nicht speichern.

Nur an Maschinen mit Zähler
Das Feld „oder nach“ steht in jedem Plan-Dialog. Wirksam wird der Wert aber nur an Maschinen, bei denen der Zählerstand eingeschaltet ist. Bei allen anderen legt Prodify den Plan ohne Laufleistung an.
Eingestellt ist …Fällig, wenn …
nur ein Zeit-Intervalldie festgelegte Zeit seit der letzten Wartung vergangen ist.
nur eine Laufleistungder Zähler seit der letzten Wartung um diesen Betrag gestiegen ist.
beideseines von beiden zuerst eintritt.

Der Bezugspunkt ist der Zählerstand zum Zeitpunkt der letzten Wartung. Beim Speichern eines Wartungsprotokolls setzt Prodify ihn auf den aktuellen Stand, der nächste Abstand zählt also ab da. In der Planliste an der Maschine steht der Rest als eigene Zeile, etwa „noch 120 h“ oder „80 h überfällig“.

Zuerst einen Stand erfassen, dann den Plan anlegen
Ein neuer Plan übernimmt den aktuellen Zählerstand als Ausgangswert. Gibt es noch keinen Stand, fehlt dieser Ausgangswert, und die Laufleistung zählt erst ab dem nächsten Wartungsprotokoll mit.

Laufleistung in Wartungsvorlagen

Wartungsvorlagen haben je Wartungspunkt ein Feld „Zähler“ für die Laufleistung. Übernommen wird es, wenn die Vorlage über den Maschinen-Typ an die Maschine kommt. „Vorlage anwenden“ direkt an der Maschine übernimmt nur das Zeit-Intervall; die Laufleistung trägt man danach im jeweiligen Plan unter „Bearbeiten“ nach. In beiden Fällen wirkt der Wert nur an Maschinen mit eingeschaltetem Zählerstand.

Wenn die Laufleistung erreicht ist

Jede Erfassung prüft die Pläne der Maschine, die nach Laufleistung laufen. Wird einer dadurch fällig, erscheint eine Benachrichtigung „Wartung fällig“ mit Maschine, Plan und erreichtem Stand in der App, für Techniker, Instandhaltungsleiter und Administrator. Ein Tipp darauf öffnet den Rundgang der Maschine. Die Meldung kommt genau einmal je Zyklus, damit nicht bei jeder weiteren Ablesung dieselbe erscheint.